02.12.2021 / Kanton Luzern / Gesundheit & Sozialwerke / News

Leserbrief - Das 4. «G» fehlt immer mehr!

Es war kein normaler Abstimmungssonntag, der 28. November 2021. Den genau an dem Tag, als Bern vor 173 Jahren Bundesstadt wurde, musste das Bundeshaus zum ersten Mal an einem Abstimmungssonntag mit einem Zaun vor Gewalt geschützt werden.

Das ist nicht nur absolut bedenklich, sondern ein schwarzer Tag für unsere direkte Demokratie! Der Schweizer Souverän hat am Sonntag deutliche Entscheide gefällt, ob die einem gefallen oder nicht, sei einmal dahingestellt. Doch diese Entscheide gilt es von allen Seiten, ob Gewinner oder Verlierer, zu akzeptieren. Das die selbsternannte Jugendbewegung «Mass-Voll» danach das überdeutliche Abstimmungsresultat als «nicht legitim und für uns nicht bindend» bezeichnet, beschreibt die Situation perfekt. In den sozialen Medien werden Vergleichsbilder mit einem Diktator aus dem 2. Weltkrieg in Gegenüber von Mitgliedern unserer Landesregierung gepostet! Die Demokratie, unsere Werte und der Entscheid der Schweizer Bevölkerung wird von diesen Kreisen mit Füssen getreten. Aber auch die Gegenseite hat mit ihren Forderungen am Abstimmungssonntag einen guten Beitrag zu diesem Konflikt geleistet. Die Spaltung unserer Gesellschaft macht mir persönlich zunehmend sehr grosse Sorgen. Und zu dieser Spaltung tragen sowohl die ungeimpften wie auch die geimpften bei. Indem beide Lager auf die anderen einhacken. In den ganzen gehässigen Diskussionen, ob diese Massnahmen nun sinnvoll sind oder nicht, ob es nun ein zwei oder drei «G» braucht um aus der Krise zu kommen, fehlt mir immer mehr das 4. «G». Der gesunde Menschenverstand! Denn der ist allmählich sämtlichen Lagern abhandengekommen. Gerade die Weihnachtszeit, unsere Schweizer Werte wie «Akzeptanz, die direkte Demokratie, etc.» oder auch die christlichen Werte wie «Nächstenliebe» gehen in dieser Debatte immer mehr verloren. Nun müssen wir zusammenhalten statt spalten! Das gelingt nur, wenn wir gemeinsam durch diese Krise gehen, das 4. «G» wieder vermehrt zum Zug kommt und wenn wir uns an unseren Werten orientieren.