08.06.2021 / Egolzwil / Klima und Umwelt / Leserbrief

Lesermeinung - Schule und Elternhaus prägen Konsumverhalten

(zu Grüne Kantonsratsfraktion reicht 15 Klima-Vorstösse ein, LZ 07. Juni)

Die derzeitigen Abstimmungskampagnen zeigen unschwer, wie sehr die stets urbaner gewordene Gesellschaft sich von den Realitäten in der heute praktizierten Landwirt- und Ernährungsbranche entfremdet hat. Nachvollziehbar mangelt es  konsumentenseitig offensichtlich an direkten Erfahrungen und Einblicke in den bäuerlichen Alltag, der sich bereits seit Jahren umweltrelevant stark gewandelt hat.

So ist es verfänglich, wie bei den Agrarinitiativen die einheimische Landwirtschaft von Befürwortern stattdessen unfair an den Pranger gestellt wird. Angesichts der agrarisch entfremdeten Konsumgesellschaft und der Divergenzen stellt sich die

Frage, ob „Ernährung und Haushalt“ wieder bewusster in die schulischen Lehrpläne integriert und auch realitätsnah praktiziert werden müssten. Der zeitgemässe Umgang mit Lebensmitteln und eine kompetenzorientierte Ernährung müssten doch den menschlichen Grundbedürfnissen und einer gesünderen Lebenshaltung dienen.

Also sollten – nebst dem Vorbild im elterlichen  Haushalt - auf allen Bildungsebenen (pädagogische Hoch- wie Volksschulen) für ein neuzeitliches Konsumverhalten  Themen wie Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Ernährungs- und Verbraucherbildung forciert werden. Die neuesten Klima-Vorstösse der Grüne-Fraktion in Ehren, aber es müssten schon früher relevante Weichen gestellt werden.

Damit könnte der CO2-Fussabdruck unserer Konsumgesellschaft nachhaltiger verbessert, dem Klimaschutz sowie der einheimischen Land- und Ernährungswirtschaft wirkungsvoller gedient werden. Wer dies politisch unterstützen