06.11.2020 / Egolzwil / Wirtschaft / News, Leserbrief, Kantonsrat

Leserbrief - KMU haften ohne Ausnahme und ohne Begrenzung

Die Konzernverantwortungs-Initiative ist ein weiterer Schritt hin zu überdimensionierten Regulierungen, die allen Unternehmen in der Schweiz unnötig Steine in den Weg legt.

Bereits heute müssen sich die Unternehmen an die internationalen Standards halten. Und wie sich an den drei immer wiederkehrenden Beispielen der Initianten zeigt, halten sich die Unternehmen auch daran. Bei Fehlverhalten können diese übrigens bereits heute eingeklagt werden. Die Initiative führt aber zu einem extremen und einzigartigen Verständnis von Verantwortung. Dies könnte bedeuten, dass z.B. ein Detailhändler, der Gemüse von regionalen Bauernbetrieben bezieht, vollumfänglich für Art und Weise, wie der bäuerliche Zulieferer seine Felder düngt oder möglicherweise für eine allfällige Mitarbeit seiner Familienmitglieder, haftbar gemacht werden kann. Die Deklarationen und Haftung von Lieferketten betreffen also nicht nur jene Betriebe, die international tätig sind, sondern auch kleine KMU-Betriebe.

 

Die Initiative schiesst übers Ziel hinaus, schafft zusätzliche Hürden für die Wirtschaft und schadet vor allem auch in den Entwicklungsländern. Der Titel «für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt» tönt gut, geht aber gerade in der aktuell schwierigen Lage zu weit. Der indirekte Gegenvorschlag vom Parlament greift die Thematik auf und ist technisch und juristisch umsetzbar. Sagen Sie JA zum Gegenvorschlag und NEIN zur Initiative – sichern Sie Arbeitsplätze und stärken Sie damit die KMUs Ihrer Region.