18.09.2020 / Wahlkreis Willisau / CVP Luzern / Wahlkreis Willisau

Neuer Präsident – und neuer Name?

DV Willisau

Mit Michael Kurmann hat die CVP Wahlkreis Willisau einen neuen Präsidenten. An der Delegiertenversammlung stellte Gastredner Gerhard Pfister vor, wie die CVP fit für die Zukunft werden soll.

Trotz Corona war die Delegiertenversammlung der CVP Willisau vom Donnerstagabend, 17. September 2020 in der Festhalle Willisau gut besucht. Das dürfte auch an einem prominenten Gast gelegen haben: Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz, kam ins Luzerner Hinterland, um erstmals «vor der Basis» die Pläne für eine Reform der Partei zu präsentieren. Augenfälligstes Merkmal und in den Medien bereits stark diskutiert: Der Vorschlag, die Partei künftig «Die Mitte» zu nennen.

Marlis Roos Willi als Präsidentin der Wahlkreispartei führte zum letzten Mal durch die Versammlung. Obwohl die CVP insgesamt während ihrer achtjährigen Amtszeit Wähleranteile verloren habe, so die scheidende Präsidentin, habe sie auch Positives mitgenommen. Insbesondere erwähnte sie die starke Vertretung der CVP in den Gemeinderäten im Wahlkreis Willisau mit aktuell 56 Männern und Frauen.

Die Nachfolge von Marlis Roos Willi tritt Kantonsrat Michael Kurmann an. Neu im Vorstand sind ausserdem Eliane Graber und Stephan Schärli, wiedergewählt wurden Rosmarie Brunner, Lukas Graf und Matthias Häfliger. Nach langjähriger Vorstandstätigkeit zurückgetreten sind Inge Lichtsteiner, Urs Marti und Walter Fries. Neuer eidgenössischer Delegierter ist Thomas Grüter; er tritt die Nachfolge von Markus Tremp an.

 

«Die Kurve des Grauens»

Wie würde Gerhard Pfister, selbst noch vor nicht allzu langer Zeit Verfechter des «C» im Namen der Partei und bekannt als konservativer Politiker, in einer Hochburg der CVP zu erklären versuchen, weshalb eine Namensänderung und eine Weiterentwicklung der Partei nötig sind? Pfister zeigte anhand der Entwicklung in den letzten 40 Jahren – die «Kurve des Grauens», wie er sagte – den stetigen Niedergang der nationalen Wähleranteile der CVP von knapp 25 auf heute noch 12 Prozent auf. Analysen zeigen: Das Image der CVP ist verstaubt, die konfessionelle Verortung vieler Wählerinnen und Wähler ins katholische Milieu für eine Weiterentwicklung hinderlich. Und das, obwohl viele eigentlich gerne CVP wählen würden aufgrund der politischen Inhalte. Daher besteht ein grosses Potenzial im bürgerlichen Lager vom rechten bis linken Spektrum.

Mit Fakten und Analyseresultaten, mit dem Aufzeigen des aufwendigen, breit abgestützten Reformprozesses seit den letzten Wahlen gelang es Pfister, den Delegierten eine Öffnung der Partei als folgerichtigen und einleuchtenden Schritt in die Zukunft darzulegen. Aus der Versammlung kamen beipflichtende, zwar auch kritische, aber keine grundsätzlich ablehnenden Voten. Besonders klug dürfte es sein, dass die Parteimitglieder im ganzen Land diesen Herbst in einer Urabstimmung nur über die Änderung des Namens von CVP zu Die Mitte auf nationaler Ebene abstimmen. Die kantonalen Parteien behalten die Souveränität über die eigene Namensgebung und haben bei einer Annahme des neuen nationalen Namens vier Jahre Zeit, zu bestimmen, ob sie nachziehen oder bei der traditionellen Namensgebung bleiben wollen.

Bildlegende

Marlis Roos Willi, scheidende Präsidentin der CVP Wahlkreis Willisau, mit ihrem Nachfolger Michael Kurmann (links) und Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz.