21.04.2020 / Kanton Luzern / Wirtschaft / News, Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft AWG

Gesundheit und Wirtschaft klug ausbalancieren

Ein rasches Hochfahren der Wirtschaft ist genauso wünschenswert wie gefährlich. «Es gibt nur den Weg über ein kluges Ausbalancieren zwischen Gesundheit und Wirtschaft», schreibt die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Kanton Luzern. Die AWG steht hinter dem bundesrätlichen Vorgehen – kritisiert aber die ungleichen Spiesse beim Detailhandel.

«Natürlich wollen wir in der Wirtschaft möglichst rasch und möglichst ohne Auflagen zurück in unsere Läden, Büros und Gastrobetriebe», sagt Josef Wyss als Präsident der wirtschaftspolitischen Organisation AWG. Aber es wäre töricht und riskant im Rahmen der ersten Lockerungen mit dem Feuer zu spielen - sprich die Augen vor den Gefahren zu verschliessen. Gerade als Luzerner KMU-Wirtschaft gelte es, eine vernünftige Balance zwischen den Anforderungen der Gesundheit und einer Wieder-Erstarkung der Wirtschaft zu gehen. «Dieser Weg ist anspruchsvoll und mühsam, aber die einzige Chance, das Coronavirus im Schach zu halten.»

 

Weg stimmt – etwas mehr Tempo

Der Vorstand der AWG stellt sich grundsätzlich hinter den bundesrätlichen Weg des etappierten Ausstiegs. Es ist ein Abwägen zwischen dem gesundheitspolitisch Nötigen und dem wirtschaftlich Tragbaren.

«Zuoberst steht nun einfach mal die Gesundheit, und es gilt unter allen Umständen zu vermeiden, dass es zu einem Rückfall kommt», betont AWG-Präsident Josef Wyss. Die AWG ist sich bewusst, dass manche Betriebe und Branchen eine raschere Lockerung gewünscht hätten. Aber was nützen ein, zwei gute Umsätze, wenn wir alle wieder zurück in den Lockdown fallen. Sollte sich die Entwicklung aber positiver entwickeln als das aktuelle Szenario, «dann erwarten wir, dass der Bundesrat sehr rasch reagiert und die Lockerungen beschleunigt. Es braucht weitere Entscheide und Perspektiven, gerade in der Gastronomie oder dem Tourismus – für Luzern sehr relevante Bereiche. Das kann im Wochentakt geschehen»

 

Nachbesserungen nötig

Die AWG Kanton Luzern ruft – gerade weil sie eine wirtschaftspolitische Organisation ist – zur Besonnenheit auf. Dass gewisse Branchen enttäuscht sind vom schrittweisen Ausstieg ist nachvollziehbar. «Wir dürfen jetzt nicht überschiessen, gewisse Nachbesserungen sind aber möglich», so Josef Wyss. Die AWG kritisiert die Benachteiligung des Detailhandels gegenüber den Grossverteilern. «Wenn die Grossverteiler mit Schutzmassnahmen den Betrieb aufrecht erhalten können, dann schaffen das auch die kleinen Läden mit ihren überschaubaren Flächen.» Nachbesserungen erwartet die AWG vom Bundesrat auch bei der Gastronomie. «Sofern sie überzeugende Sicherheitskonzepte vorlegen können, ist zumindest eine gestaffelte frühere Öffnung zu beschliessen.»

Wichtig ist, dass die Unternehmen die vom Bund und vom Kanton beschlossenen Massnahmen nutzen: Liquiditätshilfen, Kurzzeitarbeit – aber auch die Solidarität. «Wir brauchen Eigenverantwortung unter Solidarität unter den Unternehmen, aber auch zwischen den Konsumentinnen und Konsumenten zur lokalen Wirtschaft.»

 

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AWG Kanton Luzern

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