12.03.2020 / Emmen / Mobilität und Verkehr / Radstreifen, Emmen-Nord, Verkehrssicherheit, Schulweg

Radstreifen beim Autobahnanschluss Emmen Nord / Rothenburgstrasse

Foto der Verkehrssituation für Velofahrer am Autobahnanschluss Emmen-Nord

Seit mehreren Jahren bestehen politisch Forderungen, um eine sichere Verkehrsführung (für Velo, Bus, Auto und LKW) des Autobahnanschluss Emmen-Nord und auf der Rothenburgstrasse (Sprengi - Bösfeld) zu erstellen. Der Gemeinderat wird aufgefordert, mit dem VIF umgehend Sofortmassnahmen für eine sichere Verkehrsführung für den Langsamverkehr umzusetzen.

Ausgangslage

Schon seit mehreren Jahren bestehen politisch Forderungen, um eine sichere Verkehrs-führung (für Velo, Bus, Auto und LKW) auf der Rothenburgstrasse (Sprengi - Bösfeld) zu erstellen. Bereits im «Erschliessungs- und Verkehrsrichtplan 2007», welcher am 3. Juli vom Einwohnerrat erlassen wurde, ist zu lesen:
«Die Sicherheit und die Funktionalität des Autobahnanschlusses Emmen Nord ist im heutigen Zustand nicht gewährleistet. Die Verkehrsführung und -regelung ist Stau- und Unfallursache. Zu den Hauptverkehrszeiten wird der Bus besonders stark behindert. Für den Radverkehr bestehen keine separaten und sicheren Anlagen. Ein generelles Projekt zur Umgestaltung des Anschlusses wurde von den Ingenieuren WSB im Auftrag des Kantons im Jahr 2000 erarbeitet.»
Letztmals hat die CVP im Postulat 43/17 «Provisorium der Autobahnbrücke», welches im Einwohnerrat am 22. August 2018 behandelt wurde, auf die gefährliche Situation hingewiesen.
«Noch gefährlicher ist die Situation für die Velofahrerinnen und Velofahrer, die von der Sprengi Richtung Rothenburg fahren. Sie müssen auf der linken (engen) Fahrspur ohne Velostreifen fahren und werden links und rechts von Fahrzeugen überholt. Es ist nur eine Frage der Zeit bis dort einmal ein Unfall passiert.»
Die Problematik wurde auch im Agglomerationsprogramm Luzern der Generation 3 eingebracht. Wir wurden immer wieder vertröstet, dass mit der Sanierung der Autobahnbrücke Emmen-Nord für den Langsamverkehr eine Lösung erarbeitet wird. Zurzeit wird aber eine solche Lösung erst im Zusammenhang mit der Eröffnung (von zumindest drei Vierteln) des Autobahnanschlusses Emmen-Nord umgesetzt.
Gemäss unseren Informationen können wir heute davon ausgehen, dass der Baustart frühstens in sechs Jahren erfolgen wird. Dieser Zeitplan berücksichtigt aber keine Einsprachen, welche bei einem solch einschneidenden Projekt sicherlich zu erwarten sind. Somit müssen wir bis zur Fertigstellung von mindestens 8 bis 10 Jahren ausgehen. Ein solches Zuwarten ist nicht zumutbar. Die Belastung des Langsamverkehrs muss endlich ernst genommen werden.

Forderungen

Der Gemeinderat wird aufgefordert, mit dem VIF umgehend Sofortmassnahmen für eine sichere Verkehrsführung für den Langsamverkehr umzusetzen. 

Begründung

Allen Radfahrern, welche mit dem Velo auf der Rothenburgstrasse verkehren, ist der Platzmangel, insbesondere auf der Autobahnbrücke, sehr bewusst. Selbst Schüler aus dem Gebiet Kapf / Bösfeld / Hübeli, welche den Schulunterricht im Schulhaus Erlen besuchen, müssen diese öffentliche Verkehrsführung benutzen. Ebenso sind Primarschüler betroffen, welche im Gebiet Sprengihöhe wohnen und die Schule im Hübeli besuchen.
Ein Spurwechsel vom Bösfeld in Richtung Sprengi wird für die Radfahrer zu einer gefährlichen Herausforderung. Das Befahren von der Sprengi in Richtung Bösfeld wird infolge Platzmangels zur Zitterpartie. Ich möchte gar nicht auf die Unfälle eingehen, die sich bis heute auf dieser Strasse ereignet haben. Zudem sind diverse erfolgte Streifungen zwischen Radfahrern mit Bus, LKW oder Auto gar nicht registriert (Dunkelziffer). Wir akzeptieren auch keine Begründungen mehr, wie beispielsweise, dass ein Radstreifen infolge Sockel für die Ampel auf dem Trottoir nicht umgesetzt werden könne. Es darf nicht sein, dass erst bei einem Unfall mit tödlichen Folgen bauliche Sofortmassnahen ergriffen werden.
Die heutige Situation, bei der sich Velofahrer trotz Verbot auf das Trottoir begeben, um den Verkehr auf der Rothenburgstrasse nicht zu verlangsamen oder um sich selber zu schützen, ist keine akzeptierbare Lösung. Daraus entsteht ein neues Sicherheitsrisiko, da sich Fussgänger und Velofahrer ins Gehege kommen.
Wenn man bedenkt, dass der «Bundesbeschluss Velo» am 23. September 2018 vom Volk klar und eindeutig mit 73.6% angenommen wurde, ist eine Forderungen wie die «Sofortmassnahme für den Langsamverkehr» schon fast peinlich. Dieses Resultat zeigt, dass der Bund, der Kanton und die Gemeinden gefordert sind, die Velowege prioritär zu unterstützen und dass ein Vertrösten der Bevölkerung nicht gefragt ist. Die Bevölkerung will ein Miteinander von Bus, LKW, Auto, Veloverkehr und Fussgänger.
Die Sicherheit des Langsamverkehrs darf nicht wegen dem in Planung stehenden Bauprojekt hinausgezögert werden. Die Sicherheit hat oberste Priorität und Sofortmassnahmen müssen jetzt dringend getroffen werden. Nicht erst in 10 Jahren oder nach einem tragischen Unfall.