11.02.2020 / Hildisrieden / Landwirtschaft / Landwirtschaft, Referat

Mehr Zeit zum Umsetzen ist gefragt

Die Tipps von Agrarjournalistin Eveline Dudda werden aufmerksam aufgenommen.

Die Landwirtschaftskommission CVP Kanton Luzern suchte nach Antworten für die aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft.

Hildisrieden. „Die Herausforderungen sind vielfältig und oft widersprüchlich“, hielt Kommissionspräsident Hanspeter Bucheli vor den rund 100 Versammelten fest. Gefragt sind Antworten bezüglich Emissionen auf Trinkwasser/Gewässer, Reduktion von Phosphor- und Ammoniakbelastung, mehr Biodiversität bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit und der Umgang mit den Medien.

Landwirtschaft ist nicht einziger Verursacher

Im Referat hielt Agrarjournalistin Eveline Dudda fest: „Die Landwirtschaft ist nicht alleiniger Verursacher von Umweltemissionen, denn beispielsweise bei Hausfassaden werden oft Biozide eingesetzt, die letztlich als Pestizide im Wasser festgestellt und der Landwirtschaft angelastet werden“. Die Landwirtschaft werde von den Medien oft als Sündenbock hingestellt, weil es einzig da gesicherte Untersuchungen gebe. Diese Tatsache beschäftigt auch Nationalrat Leo Müller, wie der in der Diskussion sagte, aber in den übrigen Bereichen gebe es leider kein Geld für entsprechende Untersuchungen.

Lokalmedien als Chance nutzen

Eveline Dudda, unterscheidet zwischen Leitmedien und Lokalmedien. Leitmedien, wie SRF oder NZZ seien auf ihr Publikum ausgerichtet, oft landwirtschaftsfremd, hätten wenig Bezug zum bäuerlichen Alltag, seien schwer zugänglich für die Landwirtschaft und eher kritisch eingestellt. „Lokalmedien hingegen sind offener gegenüber der Landwirtschaft, besonders in eurer Gegend“, betonte die Agronomin. „Diese Chance müsst ihr nutzen, sie ansprechen, sie auf den Hof einladen und ihnen interessante Einblicke gewähren“. Lokalmedien sind auf Regionales angewiesen, also persönlichen Kontakt suchen und Berichte zum Gegenlesen verlangen.

Spannende, aber sachliche Diskussion

Speziell die Ausführungen von Hans Dieter Hess, Dienststellenleiter LAWA, zur Zukunft der Luzerner Landwirtschaft, mit der Forderung Milch und Fleisch künftig möglichst umweltschonend zu produzieren, rüttelten die anwesenden Landwirte auf. „Aktuelle Forderungen der Bevölkerung sind ernst zu nehmen, sie nicht einfach negieren, das schadet dem Image der Landwirtschaft“, gab Hess zu bedenken. Die Diskussion zeigte auf, die Bauern beschäftigte der drohende Existenzverlust bei Extensivierung, aber auch die geforderte Absenkung des Phosphors in den Böden. Hier soll nicht alles über den gleichen Leist geschlagen werden, denn es gebe Betriebe, die keinen Phosphorüberschuss hätten. Hier ist noch genauer hinzuschauen, betonten Stefan Heller vom LBV, NR Leo Müller und selbst Hans Dieter Hess. Zum Abschluss des Abends hielt Nationalrätin Priska Wismer fest: „In der Landwirtschaft hat sich in den letzten 20 Jahre viel bewegt, auch in den nächsten Jahren müssen wir uns bewegen. Lasst uns genügend Zeit, denn die Natur, wie beispielsweise die Resistenzzucht, braucht Zeit, das lässt sich nicht auf Knopfdruck ändern“, betonte sie.

 

NR Priska Wismer fordert mehr Zeit für die Anpassungen in der Landwirtschaft
Nationalrärin Priska Wismer fordert mehr Zeit für die Anpassungen in der Landwirtschaft

 

Hans Dieter Hess
Hans Dieter Hess, Dienststellenleiter LAWA, in Sursee

 

 

Autor

Josef Kottmann

Josef kottmann