18.10.2019 / Emmen / Mobilität und Verkehr / Regioexpress, Bahnhof, VVL

RE-Halt Jetzt - Petition eingereicht

Bahnhof-Rothenburg-Dorf

Der Entscheid des Verkehrsverbundes Luzern (VVL) für den Regio-Express-Halt in Rothenburg Station anstatt in Rothenburg Dorf stösst in der Gemeinde Emmen auf grosses Unverständnis. Alle Emmer Parteien haben sich darum mit dem Quartierverein Bösfeld-Kapf zusammengetan und innert drei Monaten 2000 Unterschriften gesammelt. Nun wird die Petition der Luzerner Regierung überreicht.

Kurz vor den Sommerferien 2019 lancierten alle im Emmer Einwohnerrat vertretenen Parteien zusammen mit dem direktbetroffenen Emmer Quartierverein Bösfeld-Kapf eine Petition. Dies mit dem Ziel, den Verkehrsverbund Luzern (VVL) und den Luzerner Regierungsrat zum Umdenken zu bewegen und den RE-Halt per Fahrplanwechsel im Dezember 2020 am Bahnhof Rothenburg Dorf statt Rothenburg Station einzuführen.

Dieses Anliegen wird von breiten Bevölkerungskreisen unterstützt. Innert drei Monaten sind 2000 Unterschriften zusammengekommen. Diese werden dem Luzerner Regierungsrat am Freitag, 18. Oktober 2019, im Beisein von Gemeinderat Josef Schmidli überreicht. "Wir sind zuversichtlich, dass dieses starke Zeichen aus der Bevölkerung den VVL und die Luzerner Regierung dazu bewegen, ihren Entscheid zu überdenken", sagt Einwohnerrat und Petitionär Christian Meister.

Gebrochene Versprechen und Kurzsichtigkeit
Per Fahrplanwechsel 2020/21 wird ein Halt des RegioExpress Olten – Luzern gestrichen, was einen zusätzlichen RE-Halt in der Region Rothenburg ermöglicht. Vor der Vernehmlassung hatte sich der VVL noch klar für den zusätzlichen Halt in Rothenburg Dorf ausgesprochen, liess sich jedoch durch die Stellungnahmen der Gemeinde Rothenburg und des Kantons Luzern dann doch umstimmen. "Für uns ist das ein komplett unverständlicher Entscheid", moniert Christian Meister. Nicht nur bricht der VVL damit sein Versprechen, sondern er verkennt zudem, dass die zahlreichen Pendler nach Zug, Zürich, Ob- und Nidwalden auf direkte Umsteigemöglichkeiten in Luzern ohne lange Wartezeiten angewiesen sind.

"Die Gebietsentwicklung rund um den Bahnhof Rothenburg Station soll erst noch stattfinden", erklärt Petitionär Christian Meister. "Es wäre lediglich ein Halt auf Vorrat, während beim Bahnhof Rothenburg Dorf eine akute Problematik besteht." Kommt hinzu, dass die Direktbusse in den Stosszeiten bereits heute heillos überfüllt sind und sich während der 13 Jahre dauernden Bauzeit am Bypass ab 2024 und dem Umbau des Autobahnanschlusses Emmen Nord in den Jahren 2026/27 die Verkehrssituation drastisch verschärfen wird. "Die Fahrplanstabilität der Busse ist so nicht mehr einzuhalten", warnt Christian Meister. Nur mit einem attraktiveren ÖV-Angebot kann letztlich eine echte Alternative zur Strasse geboten und damit der CO2-Ausstoss reduziert werden.

Deshalb wurde Anfang 2019 nochmals ein von allen Parteien getragenes Postulat eingereicht, welches der Emmer Einwohnerrat wiederum einstimmig überwies. Somit stehen die Bevölkerung, der Emmer Gemeinderat, die ÖV-Kommission und der Emmer Einwohnerrat geschlossen hinter dem RE-Halt in Rothenburg Dorf.