23.05.2019 / Emmen / Mobilität und Verkehr / RE Halt

Regio-Express-Halt Rothenburg Dorf

Votum von Einwohnerrat Andreas Roos an der Einwohnerratssitzung vom 21. Mai zum Postulat betreffend Regio-Express-Halt Rothenburg Dorf ab Fahrplan 2021/2022.

Wir danken dem Gemeinderat für die Beantwortung des Postulats. In der Beantwortung ist zu lesen, dass am 20. November 2018 die Gemeinde Emmen vom Verkehrsverbund Luzern informiert wurde, dass die Geschäftsstelle des Verkehrsverbunds Luzern (VVL) den Halt in Rothenburg-Station favorisiert. Die Gemeinde Emmen hat den Entscheid des Verkehrsverbunds Luzern mit Bedauern zur Kenntnis genommen.


Die massgebenden Argumente des VVL für den Halt in Rothenburg sind die künftige Inbetriebnahme des aufgewerteten Bahnhofs und des neuen Bushubs Rothenburg sowie die geplante Siedlungsentwicklung mit potentiellen 1'600 Arbeitsplätzen bis ins Jahr 2040.


Für uns absolut nicht verständlich ist, dass die aktuellen Passagierfrequenzen an den beiden Haltestellen (Rothenburg-Dorf 1'596 Ein-/Aussteiger pro Tag, Rothenburg 1'402 Ein-/Aussteiger pro Tag, Zahlenstand 2017) dagegen weniger gewichtet wurden. Auch verstehen wir es nicht, dass mit der Gemeinde kein Dialog geführt, sondern einfach der Entscheid des VVL der Gemeinde Emmen schriftlich mitgeteilt wurde. Versteht sich so eine gute Zusammenarbeit zwischen Verband und Politik? Ich würde eher sagen, es ist ein klares Machtverhältnis eines Verbandes, was sicher nicht förderlich ist für das Vertrauen, da man sich nicht ernst genommen fühlt. Wir spüren hier das Motto, zahlt einfach, sagt was ihr wollt und wir machen dann was für uns stimmt!  


So wurde auch die ÖV-Kommission in ihrer Sitzung vom VVL informiert und hat mit grossem Unmut den Entscheid des VVL zu Gunsten des Halts in Rothenburg-Station zur Kenntnis genommen. Doch auch die ÖV-Kommission empfiehlt dem Gemeinderat einstimmig, beim VVL eine erneute Prüfung des Halts in Rothenburg-Dorf zu verlangen.


Da überweisen wir heute wahrscheinlich im Einwohnerrat das Postulat, worüber wir gerade sprechen, mit einer klaren Forderung und der Gemeinderat unterstützt die Wichtigkeit in diesem Postulat.


Und zur Geschichte; Die Gemeinde Emmen verlangte bei der Zwischenvernehmlassung des ÖV-Konzepts 2014, mit der Einkürzung der Buslinien 50, 51 und 52 von Rothenburg nach Luzern zwingend, dass ein 15-Minuten-Takt der S-Bahn von Rothenburg nach Luzern geschaffen werden muss.


Es wurde sogar als Muss-Kriterium von der Gemeinde Emmen gefordert. Und so wurde uns 2014 die bessere Anbindung im AggloMobil due durch den VVL zugesichert.


In der Gemeinde Emmen haben wir heute folgende Probleme, welche mit einem RE-Halt eine Verbesserung der Situation bringen würden.
Wir Einwohnerräte vertreten hier die Anliegen der Bevölkerung, unserer Wähler, die uns sagten:

  • wir haben überfüllte Busse nach Luzern und kämpfen nicht um einen Sitzplatz, sondern um einen möglichen Stehplatz
  • in der Rush Hour haben wir überfüllte S1-Züge von und nach Luzern
  • wir möchten eine bessere Anbindung für die Züge Richtung Zug-Zürich sowie für die Zentralbahn

Aus diesem Grund überwiesen wir im Jahr 2016 ein zusätzliches Postulat mit der Forderung, den RE-Halt bei der SBB zu prüfen. Der VVL musste somit unsere Emmer-Idee bei der SBB prüfen. Und jetzt kommt die SBB auf unsere Forderung mit der Möglichkeit eines RE-Halts zurück und der VVL sagt, wie er damit umgeht!


Was erzählen wir Emmer ER nun unserer Bevölkerung? Werden wir überhaupt noch ernst genommen, sei es von der Bevölkerung oder vom Verband?


Das ist doch fast frustrierend, aber uns geht der Mut nicht aus. Und so kämpfen wir bis zuletzt für den RE-Halt in Rothenburg-Dorf. Das sind wir unserer Bevölkerung schuldig, das sind wir unseren Emmer Steuerzahlern schuldig. Und sind wir doch ehrlich, wie der Fahrplan 2040 aussieht ist doch noch gar nicht klar, bis dahin dreht sich der Fahrplan noch etliche Male. Vergessen wir den Bau des Durchgangsbahnhofes Luzern nicht, welcher sowieso neue Möglichkeiten bringt, wie wir aus der Presse erfahren konnten. Somit ist es klar, dass eine ÖV-Planung bis ins Jahr 2040 nur hypothetisch ist. Die heutigen bis zum Rand überfüllten Busse auf der Autobahn nach Luzern hingegen Realität. Können wir oder der VVL diesen Zustand überhaupt verantworten?


Weiter stellt sich die Frage, entwickelt sich das Industriegebiet Rothenburg wirklich so wie geplant und wird es gelingen, die Pendler in diesen Gebieten zum Umsteigen von Auto auf den ÖV zu bewegen?


So einfach geben wir Emmer uns nicht geschlagen, der Dialog muss zwingend nochmals geführt werden. Alle Szenarien müssen geprüft werden. Einfach nur die Haltung des VVL zu akzeptieren, ist für mich keine Lösung.


Fazit: Es ist von grossem, überparteilichem Interesse für Emmen, dass der RE-Halt in Rothenburg Dorf umgesetzt wird. Wir werden weiter mit allen uns möglichen Mitteln kämpfen.


Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, die CVP ist einstimmig für die Überweisung des Postulates.