19.05.2019 / Kanton Luzern / Klima und Umwelt

Staatlich verordnete Vorbilder

Leserbrief

Wie erwartet führt die bevorstehende Sondersession des Luzerner Kantonsrates vom 24. Juni 2019 zu einen hektischen Aktivismus. Der Vorstoss-Anzahl, aber auch der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Es gilt, hier dabei zu sein und „Schaufensterpolitik“ zu machen. Und trotzdem meine ich, es gelte auch in dieser Debatte kritisch hinzusehen: Die SP fordert in einem aktuellen Vorstoss, die Kantonsparlamentarier sollen künftig den Bus nehmen. Sie sollen mit gutem Beispiel vorangehen und mit dem öV zu den Sitzungen reisen. Es braucht also den Staat, der zwangsdefiniert, was gute Beispiele sind. Sind denn die gewählten Parlamentarier nicht mündig genug, um zu entscheiden, welches Verkehrsmittel sie benützen? War bei ihrer demokratischen Wahl durch das Volk eine Auflage verbunden, dass nur Parlamentarier gewählt werden, die Bus fahren? Mein Menschenbild entspricht nicht dieser Haltung. Die gewählten Parlamentarier sind sich der Verantwortung ihres Mandates bewusst. Sie benötigen keine staatlichen Handlungsanweisungen, um als Vorbild anerkannt zu sein. Fazit: es ist nicht der Staat, aber auch nicht die SP, die Vorbilder definiert. Es sind die Menschen, die eigenverantwortlich Vorbilder sind. Vorbilder mit Zwangsunterstützung sind keine Vorbilder, das sind Marionetten.