06.02.2019 / Luzern / Wirtschaft / Kolumne

Luzern braucht einen City-Manager

Was in Deutschland längst gab und gäbe ist und in St. Gallen nächstens eingeführt wird, soll es auch in Luzern geben: einen City-Manager. Der Stadtrat nimmt einen entsprechenden Vorstoss der CVP und der SP entgegen und will jetzt, wenn das Stadtparlament das auch so sieht, das Anliegen umsetzen.

Der City-Manager versteht sich als Anlaufstelle für die Innenstadt. Er koordiniert die Bedürfnisse der verschiedensten Akteure und soll mithelfen, das Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität in der City zu verbessern. Insbesondere soll er sich für einen guten Branchenmix einsetzen. Denn in der Altstadt sind in den letzten Jahren viele Detailhandelsgeschäfte, die einen Teil der Identität dieses Stadtteils ausmachen, verschwunden. Der Gründe dafür sind viele: Online-Handel, hohe Mietpreise, Margendruck.  

Der City-Manager soll das Marketing für die Innenstadt entwickeln und mit den bestehenden Organisationen zusammenarbeiten. Heute gibt es zwar immer wieder wertvolle Initiativen, doch versanden sie häufig mangels Geld oder Zeit. Das Beispiel Thun zeigt, wie in wenigen Jahren eine pulsierende Innenstadt entstehen kann - als Teamwork verschiedenster Player. Dafür braucht es eine Gesamtsicht - Detailhandel, Veranstalter, Kultur und Bewohner werden einbezogen.

Der City-Manager soll über die Mittel aus dem Ali-Fonds verfügen können. Er ist einst geschaffen worden, als Einkaufszentren am Stadtrand begonnen haben, mit Gratisparkplätzen um Kunden zu werben. Die Mittel stammen aus den Parkplatzgebühren. Der Ali-Fonds verschreibt sich der  Anschubfinanzierung und tut sich schwer, Projekte nachhaltig zu unterstützen. So hält sich die Wirkung in Grenzen und er wird immer wieder kritisiert.

Wenn künftig der City-Manager und der Beirat, der ihm zur Seite steht, über den Fonds verfügen können, werden die Mittel zielgerichtet eingesetzt. Profitieren wird davon die Innenstadt.