15.01.2019 / Luzern / Wirtschaft und regionale Entwicklung / Leserbrief

Zersiedlungs-Initiative: Ein berechtigtes Anliegen?

Es ist im Grund ein berechtigtes Anliegen, das die Initianten der Zersiedlungs-Initiative vertreten. Nur haben sie nicht beachtet, dass die Problematik längst erkannt ist.

Wir haben schweizweit im Jahre 2014 bereits zum Raumplanungsgesetz abgestimmt und dabei rigorose Massnahmen beschlossen. Sämtliche Gemeinden müssen bis 2023 ihre Hausaufgaben machen und ihre Bauzonen überprüfen. Unter anderem hat das Kantonsparlament dem neuen Richtplan mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Damit können schon heute etwa die Hälfte der Luzerner Gemeinden gar nicht mehr einzonen und ungefähr ein Viertel der Gemeinden sind zum Auszonen von Bauland verpflichtet. Die Folgen sind bereits spürbar: Seit drei Jahren liegt das jährliche Wachstum des Siedlungsgebiets weit unter einem halben Prozent, das Wachstum der Bevölkerung aber weit über einem Prozent! Die Massnahmen greifen. Die Ziele werden erreicht. Die Initiative geht von falschen Grundlagen aus.

Es gilt allerdings festzuhalten, dass ausserhalb der Bauzonen, nämlich im Landwirtschaftsland, seit mehreren Jahren deutlich mehr Kulturland verloren geht als mit den Bauzonen! Aber genau dort soll die Zersiedlungs-Initiative nicht greifen.

Im Übrigen verhindert die Initiative nicht, dass die derzeitig rege Bautätigkeit gestoppt wird und dass zweifelhafte sogenannte „innere Verdichtungen“ ohne städtebauliche Konzepte entstehen. Im Gegenteil: sie fördert sogar das Bauen an falschen Orten und treibt die Grundstückpreise weiter in die Höhe.

Ich meine, die Initiative ist strikte abzulehnen. Dagegen sind die strengen Massnahmen gemäss dem kantonalen Richtplan umzusetzen. Damit wird nachweisbar Kulturland geschont, an den richtigen Orten gebaut und letztlich die Qualität der Landschaft als Ganzes geschützt.

Autor

Markus Mächler

Luzern