09.11.2018 / Luzern / Mobilität und Verkehr / Postulat

ÖV-Erschliessung Ruopigen: Bessere Busverbindungen und ein Tunnelbahnhof

Postulat Grosser Stadtrat von Luzern

ÖV-Erschliessung Ruopigen I: Bessere Busverbindungen

Im Quartierzentrum von Ruopigen befinden sich wichtige öffentliche Einrichtungen wie die Primarschule (ab 2021 Sekundarschule), die Kantonsschule Rothen, die Bibliothek, Teile der städtischen und kantonalen Verwaltung (Haus der Informatik), ein Alters- und Pflegeheim sowie wichtige Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomieangebote. Rund 3800 Menschen wohnen gemäss Lustat hier.

Die Anbindung von Ruopigen mit dem öffentlichen Verkehr ist heute ungenügend. Insbesondere fehlt eine direkte Verbindung in die Innenstadt. Die Buslinie 40 führt von Littau Bahnhof via Ruopigen und Reussbühl nach Waldibrücke und stellt damit eine wichtige Tangentialverbindung sicher. Die Bevölkerung vermisst aber eine direkte Reisemöglichkeit nach Luzern. Die temporäre Verlängerung der Linie 12 von Littau nach Ruopigen zu Nebenverkehrszeiten (abends und sonntags) wurde von der Quartierbevölkerung sehr geschätzt; sie wurde aber nach einigen Jahren wiedereingestellt.

Die beste Verbindung ins Stadtzentrum und damit auch auf den Fernverkehr auf der Schiene führt heute via Reussbühl und die RBuslinie 2. Leider brechen diese Anschlüsse sehr oft, das heisst die Fahrgäste verpassen den Anschluss von der Linie 40 auf die Linie 2, was eine Fahrtzeitverlängerung von 7 bis 15 Minuten bedeutet und negative Auswirkungen auf die Nutzung hat.

Beim heutigen Busangebot kommt erschwerend hinzu, dass die beiden Linien durch unterschiedliche Transportunternehmen bedient werden. Die Mobilitätsstrategie 2018, die vom Grossen Stadtrat im September 2018 zustimmend zur Kenntnis genommen wurde, sieht als Richtgrösse vor, dass alle Quartiere in 15 Minuten aus dem Stadtzentrum erreichbar sein sollen. Mit dem aktuellen Angebot ist dies für Ruopigen bei weitem nicht der Fall. Die Fahrzeit von Ruopigen, Schulhaus nach Luzern Bahnhof beträgt heute 20-35 Minuten (stark abhängig von Tageszeit, Verkehr und Anschluss in Reussbühl).

Wir bitten deshalb den Stadtrat, sich beim Verkehrsverbund Luzern für eine bessere Erschliessung des Quartiers einzusetzen. Kurzfristig betrifft dies die konsequente Einhaltung der Anschlüsse in Reussbühl und mittelfristig die Planung einer Direktverbindung ins Stadtzentrum.

 

ÖV-Erschliessung Ruopigen II: Ein Tunnelbahnhof für Ruopigen

Die aktuelle Erschliessung des Quartiers Ruopigen mit dem öffentlichen Verkehr ist ungenügend. Die detaillierten Ausführungen dazu wurden bereits in Postulat «ÖV-Erschliessung Ruopigen I» gemacht.

Die Erschli1essung mit der Bahn könnte möglicherweise eine interessante Alternative anbieten. Eine Haltestelle Ruopigen ist entsprechende seit über 20 Jahren in den relevanten Planungen enthalten, so auch im aktuell sich in der Umsetzung befindenden Agglomerationsprogramm Luzern der zweiten Generation. Allerdings wurde bisher die Station auf der offenen Strecke, östlich der Anlagen des Tennisclubs Littau geplant. Dies bringt den grossen Nachteil mit sich, dass innerhalb einer Gehdistanz von 500 Metern weder die bestehenden Siedlungsteile auf Ruopigen noch die geplanten Arbeitsplatzgebiete im Staldenhof optimal erschlossen werden können. Aufgrund der Kurve beim Tunnelportal müsste die Haltestelle nämlich relativ weit nach Westen geschoben werden.

Ein rund 300 Meter langer Tunnelbahnhof könnte diese Probleme vermutlich lösen. Mit einem Aufgang im Gebiet Ruopigen und einem Ausgang beim bestehenden westlichen Tunnelportal könnte die Erschliessung beider Gebiete deutlich verbessert werden. Auch die Gebiete Waldstrasse und das Schwimmbad Zimmeregg könnten profitieren. Beim westlichen Tunnelportal wäre vermutlich zusätzlich eine Über- oder Unterführung notwendig. Die beigelegte Skizze verdeutlicht diese entsprechenden Auswirkungen. Im Vergleich zur heutigen, mangelhaften Erschliessung des Quartiers Ruopigen würde ein S-Bahn-Anschluss einen Sprung nach vorne bedeuten, und die schlechte ÖV-Erschliessung der Entwicklungsgebiete Vorderruopigen und Staldenhof könnte gestärkt werden. Eine Station vor dem westlichen Tunnelportal könnte diese Aufgabe aufgrund der relativ grossen Höhenunterschiede nach Ruopigen nur schlecht erfüllen. Ein Tunnelbahnhof mit Ausgängen nach Westen und mit einem Lift im Osten hingegen könnte auch eine neue und attraktive Fusswegverbindung anbieten.

Tunnelbahnhöfe sind nichts Aussergewöhnliches und seit über 100 Jahren weltweit bekannt und in Betrieb. Luzern hat den Bahnhof Allmend/Messe (der allerdings deutlich grösser dimensioniert ist, als dies in Ruopigen notwendig wäre) erst 2012 in Betrieb genommen, Zürich den Bahnhof Löwenstrasse 2014. Alle Metrosysteme weltweit haben Tunnelbahnhöfe in Betrieb. An den Kosten könnten sich Bund und Kanton beteiligen, z.B. im Rahmen des Agglomerationsprogrammes der nächsten Generation.

Für die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs ist die Stadt Luzern zuständig, für die Konzeption des ÖV-Angebots der Verkehrsverbund Luzern. Wir bitten den Stadtrat deshalb, gemeinsam mit dem Verkehrsverbund die Machbarkeit einer Tunnelstation auf Ruopigen zu prüfen, inklusive der Auswirkungen auf die Entwicklung der Siedlung und die ÖV-Nutzung. Falls die Überprüfung positiv ausfällt, soll die neue Konzeption in die übergeordneten Planungen einfliessen.