09.11.2018 / Luzern / Landwirtschaft / Hornkuhinitiative

Mit oder ohne Hörner

Kuh-Unsplash

Ich nutze die Gelegenheit um ein bäuerliches Thema in die Stadt zu bringen, die Hornkuh-Initiative. Der Titel der Initiative erweckt den Eindruck, es gäbe in Zukunft keine Kühe mehr mit Hörnern. Das stimmt jedoch nicht. Es geht nur darum, ob die Hörner der Kühe den Steuerzahler etwas kosten sollen.

Bevor man sich für oder gegen die Initiative entscheidet sollte man aber doch einige Punkte beachten.

Kühe mit Hörner bergen ein höheres Risiko für Verletzungen gegenüber ihrer Artgenossen, aber auch für die Tierhalter. Da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Das Argument der Verstümmelung und der Leiden lasse ich nicht gelten. Das Enthornen wird in jedem Fall in Vollnarkose von fachkundigen Tierärzten vorgenommen. Ich konnte noch nie beobachten, dass sich unsere Kälber danach auffälliger verhalten hätten. An dieser Stelle sollte man auch wissen, dass es einige Kuhrassen gibt, die genetisch bedingt, hornlos geboren werden.

Für die Haltung der Tiere ist die Frage der Hörner entscheidend. Hornlose Kühe sind für die Freilaufställe viel besser geeignet als Kühe mit Hörner. Der Grund dafür sind die Rangkämpfe, die bei Herdentieren immer wieder vorkommen. Hier werden die Hörner als Waffe eingesetzt und es kommt zu Verletzungen, wie oben schon erwähnt.  Die Freilaufhaltung ist somit auch ein wichtiges Argument für das Tierwohl! Denn Kühe, die sich frei bewegen können sind glücklich.

Ob Kühe mit oder ohne Horn, wir Landwirte wollen nur das Beste für unsere Tiere. Es braucht keinen zusätzlichen Artikel für Hornkühe in der Bundesverfassung. Aus diesen Gründen lehne ich die Hornkuh- Initiative ab.