23.08.2018 / Kanton Luzern / Bildung

Die Bidlungs-Initiative zielt ins Leere

Der Kanton Luzern bietet auf allen Stufen ein hochstehendes Bildungsangebot. Und das wird auch so bleiben. Dazu braucht es keine Initiative. Lassen Sie mich erklären:

Es war im Vorsommer 1998, als mir das Maturazeugnis in einem blauen Einband überreicht wurde. An der Kantonsschule Reussbühl. Als Eschenbacher war es mir damals nicht möglich, in Hochdorf (oder Baldegg) die Matura zu machen. Genauso wie die Entlebucher mussten wir Seetaler nach vier Jahren unsere Schule «im Tal» verlassen, um in Reussbühl oder im Alpenquai die restlichen drei Jahre bis zur Matura zu absolvieren.

Lang ist’s her! In den vergangenen 20 Jahren hat der Kanton Luzern tüchtig in sein Bildungsangebot investiert. Heute ist es in Baldegg, Schüpfheim und an sieben weiteren Standorten im Kanton möglich, die Maturaprüfung abzulegen. Luzern führt mittlerweile neben einem Langzeit- auch ein Kurzzeitgymnasium. Das gleiche Bild auf anderen Stufen: Die Kleinsten können neu einen zweijährigen Kindergarten besuchen. Kräftig investiert hat Luzern auch in die Berufsbildung, z.B. 35 Mio. Franken in ein modernes Bildungszentrum in Sursee. Neben einer Fachhochschule führt Luzern mittlerweile auch eine Universität und eine Pädagogische Hochschule.

Kurz: Der Kanton Luzern verfügt auf allen Schulstufen über ein regional verankertes und qualitativ hochwertiges Bildungsangebot. Das wird so bleiben. Auch wenn die klammen Kantonsfinanzen weitere Sparbemühungen nötig machen, so ist die Bildung einer der wenigen Bereiche, in welchem ein Pro-Kopf-Kostenwachstum politisch gewollt ist. Das Hauptanliegen der Initiative ist erfüllt.

Auch die Detailforderungen der Initiative zielen ins Leere: Es braucht keine Nachqualifikation der Luzerner Lehrerinnen und Lehrer. 99 Prozent der Volksschullehrer verfügen über die nötigen Qualifikationen. Und schliesslich ist es vertretbar, dass der Kanton auch weiterhin für den Besuch einer nachobligatorischen (!) Ausbildung - z.B. Fachmittelschule - ein Schulgeld von jährlich 465 Franken verlangt. Wer diesen Betrag nicht aufbringen kann, wird unterstützt. Die Chancengerechtigkeit ist staatlich garantiert.