07.08.2018 / Kanton Luzern / Landwirtschaft

Für eine unbürokratische Bewältigung von Trockenperioden

Offener Brief an den Regierungsrat

In der aktuellen Trockenperiode stellen wir mit Besorgnis fest, dass sich die Versorgungssicherheit für die Landwirtschaft zunehmend verschlechtert. Viele Landwirtschaftsbetriebe beklagen ob des Wassermangels Ernteausfälle und Futtermittelverknappungen. Diese Ausfälle und Engpässe können oft nur mit Zukäufen von Futtermitteln kompensiert werden. Für die Landwirte ist es in dieser schwierigen Situation ganz wichtig, dass unbürokratisch Lösungen möglich sind, um ihre Tierbestände mit Futter versorgen zu können. Futterzukäufe wirken sich auf die Nährstoffbilanz der Landwirtschaftsbetriebe aus. Diesbezüglich erwarten wir, dass unkomplizierte, administrativ einfache und pragmatische Lösungen möglich sind.

Zu beobachten ist auch, dass Alpsömmerungsbetriebe aufgrund des kaum nachwachsenden Futters früher "absömmern" müssen, um den Viehbestand nicht zu gefährden. Dies bringt teilweise mit sich, dass die vorgegebenen Sömmerungstage nicht erbracht werden können, was sich für die einzelnen Betriebe direkt und negativ auf die Direktzahlungssumme auswirken könnte.

Mit Besorgnis beobachten wir zudem, dass sich viele Landwirte ob der knappen Versorgungslage gezwungen sehen, ihr Vieh der Schlachtbank zuzuführen. Dadurch entsteht ein Überangebot, welches die Fleischpreise senkt und den Landwirten auch hier Ertragsausfälle beschert.

Der Bundesrat hat bereits verschiedene Massnahmen beschlossen und auf die angespannte Lage reagiert. Für den Vollzug der agrarpolitischen Massnahmen sind aber die Kantone zuständig.