21.05.2018 / Emmen / Wirtschaft und regionale Entwicklung / Seetalplatz, Wohnraum

Wohneigentum am Seetalplatz

Visualisierung neuer Bushof Seetalplatz

Postulat Meyer Jürg und Mitunterzeichnende über die Schaffung von Wohneigentum am Seetalplatz: Der Regierungsrat wird aufgefordert, auf den kantonseigenen Baufeldern am Seetalplatz auch den Erwerb von privatem Wohneigentum zu ermöglichen, um eine optimale soziale Durchmischung in diesem urbanen Stadtgebiet zu ermöglichen.

Begründung:

Der Regierungsrat beabsichtigt, im Gebiet Seetalplatz, vor allem auch auf dem Gebiet der Gemeinde Emmen, ein positives Zeichen für den gemeinnützigen Wohnungsbau zu setzen. Gemäss Ausführungen in der Antwort auf ein Postulat führt der Regierungsrat aus, dass mindestens das Baufeld B3 für gemeinnützigen beziehungsweise preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung stehen und durch einen gemeinnützigen Wohnbauträger erstellt werden soll. Die Regierung sieht vor, die Baufelder B1–B3, auf der Basis des bewilligten Bebauungsplans «Seetalplatz Ost, B1–B3» im Baurecht an Dritte zu veräussern. Am Seetalplatz wird künftig die kantonale Verwaltung an einem zentralen Standort zusammengefasst werden. Die sich abzeichnenden Entwicklungen lassen das Gebiet Seetalplatz zu einem wirtschaftlich blühenden und neuen urbanen Stadtzentrum wachsen. Städtebaulich sinnvolle und zukunftsträchtige Entwicklungen werden durch die genehmigten Bebauungspläne ermöglicht. Die Nähe zu Erholungs-und Freizeiträumen sowie eine optimale Verkehrsanbindung an den öffentlichen und den Individualverkehr schaffen hier interessanten Wohnraum. Dabei gilt es aber auch zu beachten, dass bereits heute in der Gemeinde Emmen zehn Bau- und Wohngenossenschaften über 1924 Wohnungen verfügen. Der Anteil angemeinnützigem Wohnungsbau beläuft sich damit heute bereits auf knapp 20 Prozent. Ein weiterer Ausbau des gemeinnützigen Wohnungsbaus drängt sich nicht auf, und eine gute Durchmischung setzt auch die Realisierung von privatem Wohnungseigentum voraus. Auch die Kantonsstrategie verlangt die gerechte Verteilung der Ressourcen sowie die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität in allen Regionen unseres Kantons. Der Kanton muss daher unter Berücksichtigung der aktuellen Verhältnisse auch seine Strategie für die Wohnraumentwicklung am Seetalplatz überprüfen. Es muss auch in diesem urbanen Stadtgebiet möglich sein, qualitativ guten Wohnraum zu fördern und eine optimale soziale Durchmischung zu erreichen. Die Fokussierung auf den gemeinnützigen Wohnungsbau am Seetalplatz muss bei dem seitens der Gemeinde Emmen bereits vorhandenen Wohnanteil von 20 Prozent im gemeinnützigen Bereich kritisch hinterfragt werden. Nur wenn auch privates Wohneigentum in einem höheren Preissegment ermöglicht wird, kann eine sozial verträgliche und breit abgestufte Bevölkerungsdurchmischung erreicht werden.