21.11.2017 / Emmen / Bildung / Schulhaus

Erweiterung Schulanlage Erlen mit Trakt 4

Schulhaus Erlen vor blauem Himmel

Votum von Einwohnerrat Christian Blunschi betreffend der geplanten Erweiterung der Schulanlage Erlen mit Trakt 4 an der Einwohnerratssitzung vom 21. November 2017.

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren

Die Gemeinde Emmen hat seit Jahrzehnten sehr viel eingezontes Land. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass in Zeiten der Tiefzinsen in Emmen ein reger Bauboom herrscht. Die Bevölkerung wächst und logischerweise steigen auch die Schülerzahlen an. Die Folgen sind klar: mehr Schüler, mehr Klassen, mehr Schulzimmer, mehr Schulanlagen. Gerade die Schulanlage Erlen platzt aus allen Nähten. Aktuell stehen zu wenig Klassenzimmer zur Verfügung.

Im Schulraumplanungsbericht 2014 wurde für die Primarschule Erlen ab dem Jahr 2019/2020 eine Abflachung der Schülerzahlen erwartet. Offensichtlich tritt dieses Szenario aber nicht ein. Die neusten Prognosen deuten auf weiter steigende Schülerzahlen hin. Mit der prognostizierten Schülerzahl wird das Manko im Erlenschulhaus noch weiter ansteigen.

Aus Sicht der CVP ist deshalb unbestritten, dass Schulraum benötigt wird. Schade ist jedoch, dass der neue Schulraumplanungsbericht noch nicht definitiv vorliegt. Wir hätten uns eine Gesamtsicht gewünscht. Mit den Grafiken im Bericht ist dies nicht möglich. Aber für uns steht fest: Es braucht beim Erlenschulhaus zusätzlichen Schulraum.

Der Gemeinderat unterbreitet uns nun einen Kredit von 9.5 Millionen Franken, so dass der bereits früher geplante vierte Trakt realisiert werden kann. Statt auf konventionelle Bauten zu setzen, will der Gemeinderat die Occasionsmodule, die in Menzingen während dreier Jahre im Einsatz standen, übernehmen. Die Modulbauten werden mit einem Sockelgeschoss und einem Treppenturm ergänzt.

Zweifelsfrei handelt es sich um eine sehr kostengünstige Lösung. Für Emmen ist es ein Glücksfall, dass diese Bauten gerade jetzt zur Verfügung stehen. Einerseits können Kosten gespart werden, da es sich um Occasionsmodule handelt. Andererseits passen die neuen Module auch optisch gut zu den bestehenden drei Trakten. Leider sind aber die Kostenvergleiche – inkl. Lebensdauer – zwischen konventioneller Baubeweise und der Modulbauweise im Bericht nur sehr rudimentär abgebildet. Ob die gewählte Lösung langfristig günstiger kommt, ist aktuell schwierig zu beurteilen. Angesicht der klammen Gemeindefinanzen müssen wir aber den Glücksfall beim Schopf packen und die Module erwerben.

Der Gemeinderat hat das Projekt kostenmässig massiv optimiert. An der Kommissionssitzung wurde aufgezeigt, dass ein stark abgespecktes, auf das Minimum reduziertes Projekt vorliegt. Viel Wünschenswertes – wie ein Spielplatz für die Kinder – kann nicht realisiert werden. Es handelt sich um eine absolute Minimal-Variante. Dennoch wird die CVP dem Kürzungsantrag der BVK zustimmen. Mit dem Kürzungsantrag muss das Projekt nicht grundlegend angepasst werden; es werden bloss keine Ausgaben für Unvorhergesehenes eingeplant. Am Projekt selber wird nicht gespart, weil bereits alles ausgereizt wurde. Faktisch soll die Kürzung des Kredits hauptsächlich den Sparwillen zum Ausdruck bringen.

Zusammenfassend wird die CVP auf dieses Geschäft eintreten und dem Kredit zustimmen. Den Antrag der BVK werden wir unterstützen. Der Schulraum wird dringend benötigt – und die Occasionsmodule sind eine äusserst günstige Lösung.