06.11.2017 / Hildisrieden / Klima und Umwelt

Ökihof Hildisrieden «Mit Potential»

(rdh) Schweizerinnen und Schweizer verbrauchen viel – aber sie sammeln und verwerten auch überdurchschnittlich viel. Swiss Recycling schreibt: «Die Schweiz ist weltweit führend im Recycling. Auch wenn schon vieles erreicht wurde, sollte nicht vergessen werden, dass mit dem aktuellen Lebensstil mehr Ressourcen verbraucht werden als der Planet Erde bietet. Mit den Ressourcen muss nachhaltiger umgegangen werden – eine einfache Möglichkeit dazu ist Wert-Stoff-Recycling».

Update März 2018: Scheinbar wurde unser Anliegen nun doch in die Tat umgesetzt. Bei der Entsorgungsstation wurden jedenfalls Container für Papier und Karton platziert. Wir freuen uns!

In der Ausgabe «CVP aktuell» von April 2017 hat die CVP das Thema «Ökihof – wir sehen Potential» aufgegriffen und darin angekündigt, Verbesserungsvorschläge und Wünsche aus der Bevölkerung in einer schriftlichen Anfrage an den Gemeinderat weiterzugeben. Es geht konkret um die Entsorgungsstationen Dorfschulhaus und jene beim Werkgebäude ARA Unterschlüssel. Die CVP wollte wissen, ob es machbar sei, bei der Entsorgungsstation Dorfschulhaus eine ergänzende, aber vom Sammeltag unabhängige Entsorgungsstelle, z. B. in Form von Containern für Papier und Karton, zu platzieren. Und wie mögliche Folgen für betroffene Sammelvereine kompensiert werden könnten. Weiteres Potential sieht die CVP beim Entsorgen von Grüngut. In der Hochsaison reicht die Kapazität der Grüncontainer mit dem fixen Sammelfahrplan nicht aus. Zudem kommt es in den Sommermonaten zu Geruchsimmissionen in den Quartieren, die nicht immer angenehm sind. Daraus folgte die Frage an den Gemeinderat, ob es machbar wäre, auf dem Gemeindegebiet einen geeigneten Sammelplatz für das Grüngut (allenfalls mit einem Barrierebetrieb) und festen Öffnungszeiten einzurichten, z. B. Mo bis Fr von 8 bis 20 Uhr / Sa von 8 bis 18 Uhr. Die Antwort des Gemeinderats an der Gemeindeversammlung vom 23. Mai 2017 auf die Anfrage der CVP zur Papiersammlung und Grüngutabfuhr:

Anlässlich der Erweiterung des Angebotes im Bereich der Spezialsammlungen durch den GALL vom Sommer 2016 hat sich der Gemeinderat grundsätzliche Gedanken betreffend der zukünftigen Organisation der Papiersammlung gemacht. Dabei wurden verschiedene Sammlungs- und Logistikalternativen geprüft. Im Rahmen dieser Prüfung wurden auch die Interessen der beiden sammelnden Vereine miteinbezogen. Bei dieser Standortbestimmung hat sich der Gemeinderat für die Beibehaltung der Sammlung durch die Vereine entschieden. Aus logistischen und betriebswirtschaftlichen Gründen wurde jedoch auf die Logistikdienstleistungen des GALL umgestellt. Ausschlaggebend war dabei die Tatsache, dass die beiden Vereine nach wie vor an der Sammlung und den entsprechenden Einnahmen interessiert sind. Dabei ist der Gemeinderat der Meinung, dass es grundsätzlich sinnvoll ist, wenn Jugendliche einen Beitrag leisten müssen für einen Gemeindebeitrag und nicht nur einfach einen Beitrag ohne Gegenleistung aus der Gemeindekasse erhalten. Der Gemeinderat ist zudem der Ansicht, dass die Sicherheitsfrage oft überbewertet wird. Wichtig ist die Einhaltung der vom Gemeinderat auferlegten Sicherheitsbestimmungen, beispielsweise das Tragen von Sicherheitswesten und das Verbot, auf Ladebrücken von Fahrzeugen mitzufahren. - Die Sammlung vom volumenmässig umfangreichen Papier und Karton bei der Entsorgungsstation sieht der Gemeinderat aus baulichen, betrieblichen und finanziellen Gründen als nicht zweckmässig. Betreffend der Grünabfuhr sieht der Gemeinderat keine Notwendigkeit für eine separate Grüngutsammelstation. Grüngut kann ergänzend zur Sammlung und jederzeit – auch in den Wintermonaten und auch von Privatpersonen – gegen Gebühr direkt auf die Biogasanlage der ESR AG (Anmerkung: Öli) angeliefert werden. - Eine separate Sammlung z. B. bei der ehemaligen ARA würde folglich keine wesentlichen Vorteile bieten. - Der Gemeinderat prüft jedoch, ergänzend zur bereits eingeführten Wintertour im Januar versuchsweise weitere Touren im Winter durchzuführen. - Falls sich daraus ein Bedürfnis für diese Sammeltouren im Winter ergibt, werden diese in die Tourenplanung mitaufgenommen. Grundsätzlich muss noch erwähnt werden, dass in den letzten Jahren mit den Gebühreneinnahmen der Entsorgung keine grösseren Einlagen in die Spezialfinanzierung Entsorgung getätigt werden konnten. In einzelnen Jahren erfolgte gar eine Entnahme aus der Spezialfinanzierung für die Kostendeckung der laufenden Rechnung. - Dies bedeutet, dass ein Ausbau der Dienstleistungen in diesem Bereich (Grünabfuhr) unweigerlich zu höheren Entsorgungsgebühren führen würde

Weiteres Vorgehen der CVP Hildisrieden

Trotz des negativen Entscheides will die CVP nochmals alle Vorschläge prüfen, die das Sammeln der Wert-Stoffe wie Papier und Karton so einfach und angenehm ermöglichen. Deshalb soll der Gemeinderat die Entsorgungsstation Dorfschulhaus mit Containern für Papier und Karton nachrüsten. Das dient einerseits allen Bürgerinnen und Bürgern, Jung und Alt, mit oder ohne Auto, wenn vor dem Einkauf im Dorf die Wert-Stoffe wie Papier und Karton bei der Hildisrieder Entsorgungsstation deponiert werden können und nicht wie bei der Pforte plakatiert, in die Ökihöfe der Nachbargemeinden transportiert werden sollen. Und andererseits sollten auch die beiden Sammelvereine Pfadi Bäseris und Hildisrieder Sportverein von den grösseren Sammelmengen Papier und Karton profitieren, die im Dorf anfallen. Aus der Antwort des Gemeinderats geht hervor, dass Übermengen an Grüngut ergänzend zur Sammlung und jederzeit – auch in den Wintermonaten und auch von Privatpersonen – gegen Gebühr, direkt auf die Biogasanlage der ESR AG Öli angeliefert werden können. Der Gemeinderat sollte über diese Möglichkeit in seinem Portal informieren. Die CVP Hildisrieden bleibt am Ball.