04.09.2017 / Kanton Luzern / Bildung / Leserbrief

Fremdspracheninitiative: Auf Kosten der Jugend und der KMU

(Antwort auf den Leserbrief von Xaver Vogel)

Es ist eine alte Wahrheit in unserer Demokratie, dass sich Initianten über die Auswirkungen ihrer Initiative nicht so genaue Gedanken machen müssen. Das ist auch bei der Fremdspracheninitiative so. Für uns aus wirtschaftlicher Sicht zählt, was unter dem Strich die konkreten Auswirkungen sind:  

  1. Nur eine Fremdsprache in der Primarschule (mutmasslich Französisch) hat zur Folge, dass das wichtige Englisch in die Sek. verlegt wird. So oder so eine schlechte Lösung: Entweder wird die sprachenlastige Oberstufe noch sprachenlastiger zulasten der MINT-Fächer. Oder die wenigen Englischlektionen gehen auf Kosten der Jugend in der Berufsbildung. Konkret hätten in einem Luzerner Ausbildungsbetrieb Jugendliche schlechtere Englischkennnisse als etwa Obwaldner oder Schwyzer.
  2. Wir von der Wirtschaft wollen, dass die Jugendlichen Fremdsprachen erlernen. In sehr vielen Betrieben geht es ohne Englisch UND Französisch gar nicht.
  3. Für die überforderte Minderheit mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule gibt es IF oder Dispens. Aber die grosse Mehrheit unserer Kinder lernt gerne beide Fremdsprachen oder hat plus-minus kaum Mühe. Passen wir auf, dass wir unser Schulsystem nicht nach unten ausrichten, sondern nach der normal begabten Mehrheit.

Das ist unsere unternehmerische Beurteilung der rückwärtsorientierten Volksinitiative, welche von Angst zeugt - sie verdient ein klares Nein!