19.06.2017 / Kanton Luzern / Sozialwesen / CVP60+

Ein JA der politischen Vernunft und Weitblick

Die zukünftige Altersvorsorge ist bis zur Abstimung vom 24. September im öffentlichen Scheinwerferlicht. Diese Vorlage ist komplex, für jung bis alt aber von zentraler Bedeutung.

In den letzten zwanzig Jahren ist es der Bundespolitik nicht gelungen, eine mehrheitsfähige Vorlage zu präsentieren. Die jetzt vorliegende ist ausgewogen, enthält keine Maximalforderungen von rechts bis links und ist längerfristig mit Wirkung bis gegen das Jahr 2030 ausgerichtet. 

Es gilt nun, in seinen eigenen Überlegungen und öffentlichen Diskussionen die einmalige Chance dieses Generationenprojektes zu erkennen statt nach - oft gegensätzlichen - ‚Haaren in der Suppe‘ zu suchen.

Bei den Pensionskassen ist ein tieferer Umwandlungssatz leider die unausweichliche Folge der verminderten Kapitalerträge, was um 12 % reduzierte Renten für künftige Pensionäre bewirkt. Der AHV-Zuschlag von monatlich 70 Franken soll diese tieferen Renten abfedern und kompensatorisch wirken. Bei Ehepaaren soll die Maximalrente um monatlich 226 Franken angehoben werden. Die Finanzierung erfolgt durch 0,3 Lohnprozente und eine leicht erhöhte Mehrwertsteuer für alle.

Den heutigen Rentnerinnen und Rentner werden die Renten aus der Pensionskasse nicht gekürzt. Zudem sollen die AHV-Renten weiterhin an die Teuerung und Lohnentwicklung angepasst werden. All dies sollten die bisherigen Rentenbeziehenden positiv zur Kenntnis nehmen. Eine Zustimmung zur Altersvorsorge 2020 durch die heutige Rentnerschaft ist vor allem auch ein echter Akt der Solidarität zur Jugend und gegenüber den Neurentner/innen.

In den Medien werden derzeit diverse Alternativvorschläge aufgetischt. Diese sind nicht einzig vielfältig sondern auch von gegensätzlichen Interessen geprägt. Dieser Wunschkatalog lässt erahnen, dass für eine nachhaltige Altersvorsorge eine geschicktere, wirtschaftsverträgliche und mehrheitsfähige Lösung innert nützlicher Frist politisch kaum erreichbar sein dürfte.

Mein Fazit: Das Stimmvolk befindet am 24. September über ein eigentliches Generationenprojekt. Diese „Altersvorsorge 2020“  betrifft alle in unterschiedlicher Art. Sie ist offensichtlich eine komplexe aber kluge und ausgewogene Vorlage. Ein JA ist zudem ein weitsichtiger Akt der politischen und generationenübergreifenden Vernunft.