09.02.2016 / Kanton Luzern / CVP Luzern, Mobilität und Verkehr, Wirtschaft und regionale Entwicklung

Gotthardtunnel - Ein Helvetisches Druckmittel

Bei der Abstimmung um die zweite Gotthardröhre geht es mehr als nur um den Tunnel.

Der Gotthard muss zuerst als Gesamtsystem für Wirtschaft, Sicherheit, Verhandlungsinstrument und Zusammenhalt des Landes verstanden werden. Dass die zweite Tunnelröhre bezüglich Sicherheit gebaut werden muss ist unumstritten. Wirtschaftlich betrachtet ist der Gotthard zur Zeit der schnellste Weg zwischen Nord- und Südeuropa. Wer diese "Lebensader" beherrscht, betreibt, unterhält sowie verwaltet, hat den grösstmöglichen wirtschaftlichen Nutzen - Europa ist auf diese kürzeste Route angewiesen.
Auch ist der Gotthard eine natürliche Barriere – sprich die „Torfunktion“ zu Mitteleuropa liegt in unserer Hand. Dies wiederum öffnet unserer Landesregierung die Möglichkeit zu entscheiden wie und wann dieses „Tor“ offen ist. Eine Scharnierfunktion als Druckmittel und effizientes Verhandlungswerkzeug um mit der EU auf Augenhöhe zu Verhandeln. Österreich hat begriffen, wie wertvoll die Nord Süd Verbindung ist. Ihre Investitionen von -zig hundert Millionen Euro in das Bahn- und Strassennetz werden sich nach der Fertigstellung ausbezahlen. Der Fernverkehr verlagert sich, inklusive "rollende“ Gäste und Güter. Ein Logistikzentrum an der A 2 in Rothrist oder den Firmenhauptsitz in Zug zu betreiben wird irrelevant - Österreich wird profitieren und Arbeitsplätze werden ausgelagert und abgebaut.
Auch wird stets suggeriert, dass eine zweite Röhre erheblichen Mehrverkehr generiert. Völlig absurd, denn durch das Bewirtschaften des Tunnels und einen attraktiveren Bahnverlad können die Durchfahrten gesteuert werden. Durch kürzere Stauzeiten, werden weniger Schadstoffe freigesetzt.
Das Tessin ist Teil der Erfolgstorry Schweiz. Es darf nicht sein, dass wir wegen veralteten und unsinnigen partikularinteressen das Land teilen und den Tourismusmagnet im Süden denunzieren! Wir gehören permanent verbunden. Eine Symbiose aus Umweltschutz und Betriebswirtschaftlichkeit ist anzustreben – es ist schlicht eine Willensfrage der Politik. Wer konkurrenzfähig bleiben will - muss investieren! Wer mitreden und mitentscheiden will – muss investieren! Wer ernstgenommen werden will – muss klug und systematisch investieren. Die NEAT benötigt ein leistungsfähiges redundantes Verkehrsträgersystem – die zweite Röhre ist unabdingbar!