23.11.2010 / Malters / CVP Luzern

Die CVP-Frauen aus Malters besuchen die Synode

„Die katholische Kirche im Spannungsfeld der demokratischen Landeskirche und der hierarchischen Kirche Roms“, unter diesem Motto besuchten die Malterser CVP-Frauen und Männer die Session der Synode im Regierungsgebäude in Luzern. Sie konnten der Vorstellung der Theologischen Fakultät Luzern zuhören und die Session verfolgen.
Zweimal jährlich tagt die Synode, das ist das Parlament der röm.kath.Landeskirche des Kantons Luzern, im Kantonsratssaal in Luzern. Aus Malters, dem Dekanat Pilatus, sind 2 Vertreter gewählt, Erwin Vogel und Jonny Burri.

Vorstellung der Theologischen Fakultät
Wissenschaft, Kirche und Zukunft, sind die drei wichtigsten Schwerpunkte von der Warte der Theologischen Fakultät aus, die 269 Studierende hat. Dr. Ries, Dr.habil. Winter und Herr Müller, erläuterten am Beamer die Kultur- und Sozialwiss.Fakultät, die Rechtswissenschaftl. Fakultät und die Hochschule. In Planung ist ein Abschluss als Bachelor of Arts, die Religionspädagogik 6 Semester und 4 Semester Masterstudium. Neu wird auch Theologie im Fernstudium angeboten. Religion und Glauben sollen eine öffentliche Dimension haben.

Als Zuhörerinnen in der Synode
Schwerpunkt in der Synode war das Budget 2011, dafür reichte die Zeit zum mitverfolgen aber nicht. Wir hörten in der Synode , wie künftig Missbräuche zu vermeiden sind. „Aus Fehlern lernen, aufmerksam hinschauen, glaubwürdig handeln“ listet auf, welche Schritte die kath. Kirche gegen den Missbrauch bereits unternommen hat. Franz Wicki, Präsident der Kommission für kirchliche Bildung und Öffentlichkeit, fordert die Kirchgemeinden auf, die bestehenden Richtlinien und Empfehlungen zum Thema sexueller Missbrauch für den eigenen Zuständigkeitsbereich verbindlich und öffentlich zu machen.
Die Fraktion Luzern leistete Widerstand, der Text sei verwässert und zu wenig aussagekräftig. Die grosse Mehrheit stimmte aber dafür.
Wer wählt die Leitungen der künftigen Pastoralräume? Die Kirchgemeindepräsidenten befürchten - im Vergleich zu den heutigen Pfarrwahlrechten – an Einfluss zu verlieren. Diese seien unbegründet, sagte Otto Haunreiter, als Sprecher der Petitionskommission. Bistum und Kirchgemeinden müssten bei der Ernennung einvernehmlich vorgehen. Jedoch ein Pastoralraum könne aus kirchenrechtlichen Gründen nicht allein von einem Gemeindeleiter geleitet werden, es brauche dazu wegen der Sakramentenspendung auch einen geweihten Priester.

Wieviel Demokratie erlaubt die Kirche?
Nach dem Zobig im Stübli vom Rest. Rütli standen den Interessierten aus Malters die Synodalen und Max Hofer, ehemaliger Domherr in Luzern und nun unser Priester im Seelsorgeteam, für Fragen zur Verfügung und erzählten aus ihrer Sicht der Dinge. Malters gehört zur Bistumsregion St. Viktor, mit Zug und Thurgau besteht eine Regionalleitung mit drei Personen.
Die Luzerner Landeskirche wird mit Steuergeldern via Kirchgemeinden finanziert und hat ein Budget von über 9 Millionen Franken.
Max Hofer kennt die Abläufe und den Verfahrensweg innerhalb der Kirche. Dies hindert ihn aber nicht, auch eigene Wege zu beschreiten. Als Seelsorger zu den Menschen hingehen, nicht warten, bis sie kommen. Das versteht er unter Diakonie und setzt dies auch um. Rom äussert sich nicht dazu, solange dies funktioniert.
Die Synode fordert in einem öffentlichen Schreiben, das Zölibat aufzuheben. Beim derzeitigen Priestermangel wächst eine Generation heran, die die Eucharistie nicht mehr kennt! Auf die Frage; wie viel Gewicht hat ein Bischof gegenüber dem Vatikan, sagte Max Hofer, dass Rom mehr auf einen Bundesrat hört als auf einen Bischof! Dieser kann auf den religiösen Frieden innerhalb eines Staates hinweisen. Das schwächt den Bischof.
Erwin Vogel erklärte die Kommissionen der Synode. So werde viel an wertvoller Arbeit im Bereich Jugendarbeit, der Begleitung von Personen, bei denen die Sozialhilfe an Grenzen stösst, geleistet. Max Hofer erklärte auch, dass in der Kirche viel an Entwicklung möglich ist. Wichtig sei dabei eine diplomatische und situationsgerechte Information. Die Kommission Öffentlichkeitsarbeit der Synode hat hier eine wichtige Funktion. Jonny Burri wird da als neues Mitglied der Synode mitarbeiten.
Die katholische Kirche ist eine Weltreligion. Darum werden auch Unterschiede in den verschiedenen Teilen der Welt, den Ländern und auch den Kirchgemeinden toleriert, sofern diese innerhalb der wichtigsten Grundsätze sind.
Man hätte noch stundenlang zuhören und diskutieren können. Es war ein super intessanter Nachmittag.

Die Fotos zum Ausflug könne Sie hier betrachten.

Trudi Bühlmann, Lisbeth Furrer
 

Autor

Kim Strebel